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Pflanzenkunde

Granatapfel

14. Okt. 2015
4 Minuten

Granatapfel - Botanik und Wirkung

Etymologie und Geschichtliches

Der Gattungsname 'Punica' entstammt dem Lateinischen und bedeutet 'purpurrot, granatrot' nach der Farbe der BlĂŒten und FrĂŒchte.

'Granatum' ist das lateinische Wort fĂŒr 'Granatapfel'. Es kommt von 'granatus = mit Körnern, Kernen versehen' und von 'granum = Korn, Kern'. Die Frucht ist eine mit zahlreichen harten Samen gefĂŒllte Beerenfrucht. Daraus leitet sich auch der deutsche Name ab.

Wissenschaftlicher Name: Punica granatum L.

VolkstĂŒmliche Namen: Granatapfelbaum, Granatbaum, Granatapfel, Granatwurzel.

Der Granatapfelbaum soll im Garten Eden geblĂŒht haben. Der Granatapfel war Teil des SĂ€ulenschmucks im Tempel von König Salomon, wurde auf den Saum des Gewandes der Hohepriester gestickt und spielt noch heute als Symbol in der Architektur und bei einigen jĂŒdischen religiösen Zeremonien eine wichtige Rolle.

Der Sage nach ist auch die Krone König Salomons dem BlĂŒtenkelch nachempfunden (und bis heute in den Kronen europĂ€ischer Monarchien als Gestaltungselement enthalten), auch war dies die Frucht, die Paris der Aphrodite (in der römischen Mythologie Venus) ĂŒberreichte.

Celsus, Dioskurides und Plinius empfahlen die Wurzelrinde frisch oder getrocknet als Wurmmittel. Weitere medizinische Verwendungen der Frucht waren Dysenterie und Gicht sowie GeschwĂŒre. BlĂŒten und Rinde wirken zusammenziehend. Entsprechende Anwendungen zeigen die einschlĂ€gigen KrĂ€uterbĂŒcher seit dem 16. Jahrhundert an. Als Wurmmittel bis Mitte des 20. Jahrhunderts angezeigt.

Botanik des Granatapfels

P. granatum ist ein aufrechter, Ă€stiger, Strauch bis 1,5 m oder auch ein 3 bis 5 m hoher Baum mit kahlen, zuweilen verdornten Zweigen. Der Stamm ist zerklĂŒftet und gedreht.

Die LaubblĂ€tter sind meist gegenstĂ€ndig, bĂŒschelig angeordnet, sommergrĂŒn, einfach, hart und oval-lanzettlich mit starkem Mittelnerv. Die BlĂŒten sitzen meist zu 1 bis 3 an den Zweigspitzen. Der Kelch ist korallenrot, die KronblĂ€tter rot, die StaubfĂ€den orangerot, die Staubbeutel goldgelb.

Die Frucht ist eine apfelgroße, gefĂ€cherte, kugelige 1,6 bis 12 cm breite Scheinbeere mit anfangs rötlicher und spĂ€ter lederbrauner Schale. Die Samen sind stumpfeckig und blĂ€ulich-rot.

Vorkommen / Verbreitung

Zur Gattung gehören lediglich 2 Arten, die im sĂŒdöstlichen Europa und östlich bis zum Himalaja zuhause sind, P. granatum - seit der Bronzezeit kultiviert - insbesondere im Mittelmeerraum bis SĂŒdtirol, in Vorderasien, SĂŒdafrika, SĂŒdostasien, China, Australien, den USA und SĂŒdamerika. 

Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung

In der Rinde des Granatapfelbaums sind Gerbstoffe und Piperidinalkaloide zu finden. 

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente im Granatapfel

Die folgenden Werte geben den ungefĂ€hren durchschnittlichen NĂ€hrstoffgehalt in 100 Gramm essbarem Anteil des Granatapfels an. "0" kann dabei bedeuten, dass keine Daten verfĂŒgbar oder die Mengen vernachlĂ€ssigbar gering sind.

Die tatsÀchlichen Werte können je nach Jahreszeit, Herkunft, Transport, Lagerung, Zubereitung u.a.m. abweichen.

Vitamin A in ÎŒg7
Vitamin B1 (Thiamin) in mg0,05
Vitamin B2 (Riboflavin) in mg0,02
Vitamin B3 (Niacin) in mg0,3
Vitamin B5 (PantothensÀure) in mg0,6
Vitamin B6 (Pyridoxin) in mg0,11
Vitamin B7 (Biotin) in ÎŒg2
Vitamin B9 (FolsĂ€ure) in ÎŒg7
Vitamin B12 (Cobalamin) in ÎŒg0
Vitamin C in mg7
Vitamin D in ÎŒg0
Vitamin E in mg0,2
Vitamin K in ÎŒg0
Calcium in mg8
Eisen in mg0,5
Kalium in mg238
Magnesium in mg3
Natrium in mg2
Phosphor in mg17
Energie in kcal74

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Genutzte Pflanzenteile

ZunĂ€chst in erster Linie wegen der erfrischenden Frucht angebaut, finden auch andere Pflanzenteile Verwendung, z.B. in Ägypten und Marokko die Rinde zum Gerben von Leder.

Medizinische Verwendung findet die Granatapfelbaumrinde. Das ist die getrocknete Stamm- Zweig- und Wurzelrinde von Punica granatum L.

Hinweise

Wie bei jeder Frucht können auch beim Granatapfel allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen werden.

"Fallberichte zeigen, dass es zwischen Granatapfelsaft und bestimmten Medikamenten zu Àhnlichen Wechselwirkungen wie bei Grapefruitsaft kommen kann." (verbraucherzentrale.de)

Allgemeines

Vom Verzehr oder der Anwendung selbst gesammelter oder angebauter Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsĂ€tzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genießbar und ungefĂ€hrlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schĂ€dlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren und gefĂ€hrlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.

NahrungsergĂ€nzungsmittel sind kein Ersatz fĂŒr eine abwechslungsreiche, ausgewogene ErnĂ€hrung und eine gesunde Lebensweise.

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Bild: © Mauro Rodrigues/fotolia.com

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